LJW Brandenburg

Sie befinden sich hier: StartseiteAktuelles / Neuigkeiten / Naziaufmarsch in Dresden blockiert 

Ergänzende Information

Informationen

Naziaufmarsch in Dresden blockiert

21.02.2011 Schon im vergangenen Jahr war es  gelungen, auf friedliche Weise Europas größten Naziaufmarsch mit einer Menschenkette und Blockaden zu verhindern, und das Jugendwerk der AWO war dabei. Ähnlich sollte es auch in diesem Jahr laufen. Am 19. Februar blockierten nach Schätzungen bis zu 20.000 Demonstranten die geplanten Naziaufmärsche in Dresden. Doch die erneute erfolgreiche Blockade des Naziaufmarsches wurde teuer erkauft. 

Jugendwerk der AWO demonstriert mit - friedlich

Blockaden von zugereisten und einheimischen Demonstranten trugen dazu bei, dass nur ein Teil der Rechtsextremen, von 800 bis zu 2.000 ist die Rede,  ihren Kundgebungsort am Hauptbahnhof überhaupt erreichten. Am Ende des Tages waren die Neonazis über eine Kundgebung nicht hinausgekommen.
Es gab über 40 angemeldete Mahnwachen und Kundgebungen von Nazigegnern, die kurzfristig genehmigt worden waren. Dazu Musiker/innen, Redner/innen, die auch bei -2°C für teils ausgelassene Stimmung sorgten.

Immer wieder – und dies ist der Unterschied zum vergangenen Jahr - war es im Laufe des Tages jedoch auch zu Ausschreitungen von Autonomen gekommen. Barrikaden wurden errichtet und angezündet, Pflastersteine flogen durch die Luft. Teils reagierte die Polizei äußerst heftig und setzte neben Wasserwerfern auch auf Pfefferspray, Tritte und verbale Gewalt selbst gegen friedliche Demonstranten ein. Dann griff sie überhaupt nicht ein, etwa als eine Gruppe Nazis ein alternatives Wohnprojekt angriffen und die Scheiben mit Steinen einwarfen.

Später am Abend stürmte das Landeskriminalamt (LKA) dann noch das Pressebüro des Blockadebündnisses „Dresden Nazifrei“.

So ist am Ende des Tages festzuhalten. Die Verhinderung des Naziaufmarsches ist gelungen. Doch randalierende Gruppen auf Seiten der Gegendemonstranten und eine teilweise unverhältnismäßig auftretende Polizei sollten zu einem Nachdenken führen, wie es im kommenden Jahr besser laufen könnte.

Wir als Landesjugendwerk der AWO Brandenburg setzen uns für friedliche Demonstrationsformen ein und missbilligen jegliche Formen des gewaltsamen Protests.